
Es war schon das dritte Mal, dass ich Samantha Fish live erleben durfte – und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die amerikanische Gitarristin und Sängerin war auf ihrer „Paper Doll Tour“ und lockte trotz des später beginnenden Deutschland-Spiels an diesem Tag reichlich Publikum in das Musiktheater Piano. Sie hat sich längst als Blues-Rock-Gitarristin einen Namen gemacht und meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.
Der Abend begann mit dem Track „Paper Doll“ vom gleichnamigen Album. Zunächst war Samantha noch ein wenig zurückhaltend und ließ auch auf ihre Band ein. Weiter ging es dann mit „I’m Done Runnin’“, „Sweet Southern Sounds“ und von Track zu Track spielte sie sich in einen wahren Rausch.

Mehrere Gitarren standen zur Auswahl – mal erzeugte sie harten, druckvollen Blues, mal gefühlvolle Balladen. Klasse waren die beiden verschiedenen Cigar-Box-Gitarren mit ihrem speziellen Klang. Besonders die ausgedehnten Gitarrensoli waren ein echtes Highlight.
Paper Doll
I’m Done Runnin’
Sweet Southern Sounds
Lose You
Bulletproof
Gone for Good
Fortune Teller
Rusty Razor
Don’t Say It
Black Wind Howlin’
Die Mischung aus neuen Songs und Fan-Favoriten sorgte für ein abwechslungsreiches und intensives Live-Erlebnis und unterstrich die musikalische Bandbreite der Künstlerin.
Mit ausgedehnten, präzisen und leidenschaftlichen Gitarrensoli zeigte Samantha Fish eindrucksvoll ihr technisches Können. Gleichzeitig blieb sie nahbar, suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum und überzeugte mit einer authentischen Bühnenpräsenz. Es war deutlich spürbar, wie sehr sie es genießt, im Musiktheater Piano zu spielen – eine Location, die für intime Konzerte wie geschaffen ist.
Nach einer umjubelten Zugabe endete ein Konzert, das sich für viele Besucher viel zu kurz anfühlte. Samantha Fish bestätigte einmal mehr ihren Ruf als eine der spannendsten Künstlerinnen der aktuellen Blues-Rock-Szene – vielseitig, emotional und live ein echtes Erlebnis.