Ich bin mal wieder im Carlswerk. Heute kommt Young Miko. Young Miko kommt aus Puerto Rico und bringt Latin Trap nach Deutschland. Vorab hab ich mir natürlich
angehört, was da auf mich zu kommt und bin durchaus angetan.
Miko passt zeitlich durchaus gut ins Kölner Wochenende, denn schließlich ist sie als lesbische Künstlerin vom CSD und Pride direkt angesprochen.
Die Schlange vorm Carlswerk lässt mich nur erahnen, was für eine Fanbase sie bereits hat. Die Stimmung ist richtig gut. Locker und losgelöst freuen sich die Leute auf das Konzert. .
Für mich heißt es heute nicht fotografieren, nur schreiben und auch wenn ich das natürlich respektiere, fällt diese Tatsache im Laufe des Abends klar in die Kategorie "Verflucht Schade", den die
Künstlerin, die Liveband und die Lichtshow wären wirklich toll zu fotografieren gewesen.
Die Halle füllt sich schnell. Mir war nicht bewusst, dass es hier eine so große Community für spanischen Rap gibt, nicht schlecht. Das Publikum ist sehr jung und zu großen Teilen
weiblich.
Es geht los und die Fans gehen sofort ab. Lautes kreischen und "Miko Miko Miko" Sprechchöre ertönen. Vor allem die ersten Reihen scheinen es zu fühlen.
Aber erstmal kommt der Support-Act auf die Bühne. Es war kein Act angekündigt und die beiden Mädels (DJane und Rapperin) sind mir auch nicht bekannt, stellen sich aber nach den ersten 3 Tracks
als Ebow und DJ Jazzmin vor.
Die beiden liefern eine grundsolide Show ab und sprechen das Publikum an, denn das vibed auf jeden Fall mit. Der Sound variiert zwischen smoothem Boombap und modernen treibenden Sounds. Auf jeden
Fall fresh produziert. Ebow ist in ihren Texten auf jeden Fall den weiblichen Fans zugewandt und offensichtlich auch queer. Das verarbeitet sie in ihrer Musik. Sie ist laut und direkt, das kommt
gut an. Nach 30 Minuten ist der Auftritt vorbei und alles wird für Young Mikos vorbereitet.
Und die entert die Bühne... Ganz entspannt spaziert sie zum ersten Beat von rechts auf die Bühne und die Halle eskaliert. Ein kreischendes Meer begrüßt sie in Köln. Im Background sorgt die
bereits angesprochene Liveband für die musikalische Untermalung. Im zweiten Song rappt die gesamte Halle die Hook mit und macht Lärm als wären hier doppelt so viele Leute anwesend, als reinpassen
(1600 Personen). Wahnsinn. Die Songs werden schneller und pumpender. Miko springt über die Bühne und genießt, was die Crowd ihr an Power und Liebe entgegenbringt.
Die Bühne wird in rot getaucht und offensichtlich wissen alle welcher Song jetzt kommt -
"Meiomi". Weiter geht's in lila und bösen Trapsounds, damit catcht sie auch mich. Ich verstehe zwar kein Wort spanisch, die Energie der jungen Frau reißt einen aber auf jeden Fall mit. Die
südamerikanischen Drums von "Colmillo" reißen dann auch den letzten mit. Und so geht das Konzert weiter, die Menge hat Bock und Miko performt souverän Song für Song. Passend zu allen Farben der
Lichtshow, wehen in der Halle viele Regenbogenfahnen, auch eine Puerto Rico Fahne ist zu sehen. Die Halle ist ein Safe Space für jede und jeden die bzw. der hier ist, alle haben eine gute Zeit.
Young Miko hat ihre Fans fest im Griff, denn die singen und rappen wirklich alles mit. Zum Schluss reißt sie mit "Wassup" nochmal alles ab und die Band gibt alles bei dem Instrumental , das an
"Lollipop" von Lil Wayne angelehnt ist. Auf den Track habe auch ich gewartet, da er mein aktueller Liebling von Miko ist. Der Sound trifft genau meinen Geschmack.
Das Konzert hat definitiv Eindruck hinterlassen. Die Energie und das Publikum waren großartig. Ich für meinen Teil habe auf jeden Fall eine neue Künstlerin für mich entdeckt, der ich in Zukunft
mehr Aufmerksamkeit schenken werde.