Steampunkfestival und historischer Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum

Bericht und Fotos von Cisco J.


Ein schöner Wollpulli hier, eine moderne zeitgemäße Jeans dort. Sneakers und Sportschuhe von denen der eine oder andere auch gerne mal schwärmt. Weit gefehlt. So was trägt hier heute niemand. Nichts dieser bekannten Kleidungsgewohnheiten weit und breit...vielleicht ein paar einzelne Personen, die aus bestimmten Gründen oder Neugier hier sind….

 

 

 

 

Doch wovon ist hier die Rede? Steampunk! In diesem Zusammenhang fand in Bochum in der Jahrhunderthalle am 16.02.2019, das 5. Mal seines Zeichen das Steampunkfestival statt. Der Steampunk ist keine Modeerscheinung. Vielmehr will der Steampunk sich von einer modischen Kategorie abgrenzen. Keine Ware von der Stange! Keine Massenfertigung. Sie möchte als kreatives Schaffen betrachtet werden, bei der die Freiheit und Phantasie keinerlei Grenzen kennt.

Manchmal etwas dadaistisch anmutend. Der viktorianische Einfluss wird hier als ein Leitmotiv betrachtet (im wahrsten Sinne des Wortes), ansonsten will sich der Steampunk sicherlich nicht wirklich in ein Regelwerk zwängen lassen, an dem man sich strikt halten muss, um an ihm Teil zu haben. Neben dem viktorianischen Einflüssen ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass Mechanik und Dampf zu den weiteren Einflussgrößen gehören. Vor allem was die Maschinerie angeht die hier auffährt. 


 

 

Die Technik wie man sie hier sehen konnte, erinnert an eine Vergangenheit die es nicht gab, und an eine Zukunft wie sie es nie geben wird...vermutlich :-) Ein Mann der auf einen großen Zweirad sitzt, und mechanisch wirkend von einem kleinen dampfenden Maschinenwagen gezogen wird. Dann wiederum ein raketenähnliches Gefährt, auf dem ein Mann mit Fliegerkappe saß und scheinbar mit etwas Wahnsinn im Gesichtsausdruck, den er auch später auf einem anderen Gefährt zum Ausdruck bringt.

Doch die Steampunks waren in ihrer Art überhaupt nicht mechanisch oder gar skurril und schon gar nicht wahnsinnig. Sie waren extrem sympathisch, zuvorkommend und zu jedem Zeitpunkt frei und offen Erklärungen abzugeben. Wenn sie nicht aus Deutschland kamen war man bereit Erklärungen auf Englisch abzugeben. Ob sie beispielsweise ihre Kleidung selbst angefertigt haben, aus dem Internet bestellt hatten, oder auf Flohmärkten unterwegs waren. Natürlich konnte man hier auf dem Event selbst verschiedene Accessoires erwerben. Dieses Event zog die begeisterten Anhänger aus weiten Teilen Europas an.

 

 

Die Steampunkgesellschaft ist in Deutschland nicht so stark vertreten, wie beispielsweise in den USA, aber die Begeisterung dafür wächst und mit ihr die Anzahl der Anhänger der Steampunkbewegung.

Die Stimmung an sich war entspannt, fröhlich und ich selbst konnte mich auch nicht wehren diese tolle Stimmung aufzunehmen, und sie Stunden danach noch zu genießen.

 

Nicht unerwähnt lassen, will ich auch die verschiedenen Fahrgeschäfte wie, Kettenkarussell, Raupe und selbst ein kleines Riesenrad, dass man im Rahmen des historischen Jahrmarktes (schon zum 12. Mal) bestaunen und benutzen konnte.


Wir sind heute irgendwie in der Wirklichkeit gewesen und einer ihrer Möglichkeiten. Wer weiß vielleicht gibt es irgendwo einen Paralleluniversum in dem die Realität sich genauso entwickelt hat, wie sie von Jules Verne inspiriert wurde. Jetzt bräuchte man nur noch die Zeitmaschine von Wells, um zu dieser alternativen Realität zu gelangen. Aber Stop! Warum nicht einfach zu einem Steampunkfestival gehen?

Man könnte noch ein Riesenplädoyer pro Steampunk schreiben, aber das Urteil ist doch schon gefallen. Super, fantastisch und ich habe mich schuldig gemacht, mich von dieser Welt begeistern zu lassen, sicherlich nicht als einziger…..

Cisco J.


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