Drive-By Truckers Köln Kantine

Credit  Andy Tennille
Credit Andy Tennille

Drive-By Truckers im Juni 2020 auf Tour in Deutschland

 

Seit   1996   zählen   die   Drive-By   Truckers   aus Athens/Georgia    zu    den    spannendsten    und vitalsten Bands der US-amerikanischen Countryrock-und  Americana-Szene.  In  diesen 23   Jahren   haben   sie   elf   fantastische   Alben veröffentlicht,   die   seit   dem   2006er-Album  „A Blessing  and  a  Curse“  regelmäßig  in  den  Top Ten  der  amerikanischen  Indie-Charts  und  seit vier  Alben  zusätzlich  in  den  Top  Ten  der  US-Rock-Charts   landen.   Doch   es   sind   nicht   die kommerziellen   Erfolge,   die   diese   Band   so besonders  machen -es  ist  ihre  Haltung -und zwar   zu   Kunst,   Musik   und   ihrem   Handwerk dahinter einerseits, in gleichem Maße aber auch die  gedankliche  Haltung  zu  Gesellschaft  und  Politik.  In  ihren  Songs  erzählen  die Drive-By   Truckers,   die   seit   dem   ersten   Tag   von   dem   kongenialen   Sänger-/Gitarristen-Duo  Patterson  Hood  und  Mike  Cooley  angeführt  werden,  vordergründig häufig  Stories  aus  ihrem  Leben  und  Alltag.  Doch  dahinter  verbirgt  sich  stets  ein größerer  Kontext,  eine politische  Metaebene,  die  bei  genauer  Betrachtung  zum Nachdenken  über  die  Gesellschaft  des  21.  Jahrhunderts  anregt  und  viele  wichtige Fragen  stellt.  Oder,  wie  es  Patterson  Hood  ausdrückt,  der  anstelle  einer  Standard-Begleitbiografie  zum  kommenden  Album„The  Unravelling“  eine  Art  persönliches Pamphlet geschrieben hat: „Politik ist eine sehr persönliche Sache. So gesehen, ist 'The Unravelling' das persönlichste Album, das wir je aufgenommen haben.“Dem Werk „The Unravelling“ geht die längste Pause voraus,  die je  zwischen  zwei Drive-By Truckers-Alben lag. Dies lag daran, dass Hood und Cooley erstmals in ihrer Karriere beide eine Art Schreibblockade zu überwinden hatten. Patterson schildert es wie folgt: „Wie kann man all diese Dinge, die wir aktuell insbesondere  in  den  USA durchleben,  in  einen  Song  formen,  den  man  sich  danach  noch  gern  anhören möchte?   Wie   schreibt   man   über   die   täglichen   Absurditäten,   wenn   man   sie verstandesmäßig kaum noch begreifen kann? In den vergangenen Jahren haben wir einen besorgniserregenden Anstieg von Schießereien in Schulen und Kirchen erlebt, wir  sahen  Rassengewalt,  Selbstmorde  und  Überdosen,  wir  mussten  Gewalt  an  den Grenzen  aushalten  und  brutale  Angriffe  auf  so  viele  Dinge,  die  uns  lieb  und  teuer sind.  Sie  sperren  Kinder  buchstäblich in  Zwinger.  Unsere  Antwort  auf  all  diese Vorgänge  war,  dass  wir  uns  stärker  auf  die  emotionale  Ebene  all  dieser  Vorgänge konzentriert haben. Mehr Herz und weniger Denken.“ Doch auch diese Perspektive steckt voller Politik und Gesellschaftskritik.Mit „The Unravelling“ schreiben die Drive-By Truckers somit nicht nur Geschichte, sie werden zu einer lebendigen Form zeitgenössischer US-Historie. Und dies eben auch auf der anderen, der handwerklichen Ebene. Mit ihrem 12. Studioalbum hat sich die Band,  dienach vielen  Besetzungswechseln  aktuell  neben  den  beiden  Köpfen  aus Schlagzeuger  Brad  Morgan,  Keyboarder/Gitarrist  Jay  Gonzalez  und  Bassist  Matt Patton  besteht,  einen  großen  Wunsch  erfüllt:  Sie  haben  das  Album  komplett  live aufgenommen  in  Sam  Phillips  Recording Service,  dem  mit  fantastischem  Analog-Equipment  ausgestatteten  Studio,  das  Sam  Phillips,  der  Gründer  der  legendären Sun-Studios, sich nach dem Verkauf derselben in Memphis im Jahr 1962 aufgebaut hat. Gemeinsam mit ihrem Haus-Produzenten David Barbe, der nahezu alle Drive-By Truckers-Aufnahmen  seit  dem  ersten  Tag  betreut  hat,  ist  der  Band  mit  „The Unravelling“ ein überragend gelassenes und zugleich absolut mitreißendes Album gelungen,  das  in  jedem  Ton  die  monumentale  Größe  dieser  Band  wiederspiegelt. Und  dies  insbesondere  im  fantastischen  Zusammenspiel  der  Musiker,  denen  es gelang, all diese schwierigen und oft bedrückenden Themen in Songs zu formen, die einen  verhaltenen  Optimismus  verströmen, dass  es  noch  schlimmer  eigentlich nicht mehr kommen kann.

 

09.06.2020 Köln -Kantine

11.06.2020 Berlin -Kesselhaus

 

Tickets für die Konzerte gibt es ab Mittwoch, den 27. November, 10 Uhr ab 25 Euro zzgl. Gebühren an allen bekannten CTS–VVK-Stellen sowie unter der Hotline 01806 –853653  (0,20  €/Anruf  aus  dem  Festnetz,  Mobilfunk  max.  0,60  €/Anruf),  auf fkpscorpio.com und eventim.de.